NVA 1982-1990
01. Oktober 1982
Eine neue Disziplinarvorschrift der NVA tritt in Kraft. Sie legt die Einführung der neuen Disziplinarstrafe „Dienst in der Disziplinareinheit“ von einem bis zu drei Monaten fest. Der Vollzug dieser Strafe soll in einem gesonderten Teil der Disziplinareinheit in Schwedt/Oder erfolgen.

01. November 1982
Die NVA übernimmt vom MdI die bisherige Militärstrafvollzugsanstalt in Schwedt/Oder. Der Militärstrafvollzug und der neu geschaffene Disziplinarteil existieren als NVA-Dienststelle „Disziplinareinheit 2“ fortan in der gemeinsamen Liegenschaft nebeneinander, aber streng voneinander getrennt. Der Vollzug von Freiheitsstrafen und des Strafarrestes an Militärpersonen sowie der Disziplinarstrafe „Dienst in der Disziplinareinheit“ erfolgt von nun ab in Verantwortung der DDR-Streitkräfte in Schwedt/Oder.

05./06. Dezember1989
Gefangenenproteste und Arbeitsniederlegungen in der „Disziplinareinheit 2“.

15. Dezember 1989
Abschluss der Entlassung der Disziplinarbestraften in die Truppe. Schließung des Disziplinarteils der NVA-Dienststelle Schwedt/Oder.

26. April 1990
Die letzten Militärstrafgefangenen der DDR werden entlassen.

01. Juni 1990
Befehl des Chefs der NVA über die Auflösung der „Disziplinareinheit 2“ in Schwedt/Oder. .

1968 – 1990¹
Insgesamt waren etwa 6.300 bis 6.800 Strafgefangene im Militärgefängnis inhaftiert. Davon etwa 3.000 bis 3.500 Armeeangehörige von 1968 bis 1982. Während des Bestehens der Disziplinareinheit der NVA von 1982 bis 1990 befanden sich knapp 800 Militärstrafgefangene sowie etwa 2.500 disziplinar bestrafte Soldaten und Unteroffiziere in Schwedt in Haft.

¹ nach: Rüdiger Wenzke, Ab nach Schwedt, 2011, S.15

 
 
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